Chlamydien – Unbemerkt können Sie gefährlich werden

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Chlamydien gehören zu den am häufigsten sexuell übertragenen Infektionen. Genaue Zahlen gibt es für Deutschland nicht, da die Infektion in den meisten Bundesländern nicht meldepflichtig ist. Besonders gefährlich ist, dass Chlamydien bei 70-80 % der infizierten Frauen und 50% der betroffenen Männer meist ohne oder mit nur wenigen Symptomen verlaufen.

So werden nicht alle Infektionen entdeckt. Unbemerkte Infektionen können jedoch bei Frauen zu Unfruchtbarkeit oder Unterleibsentzündungen führen. Bei einer Schwangerschaft können Chlamydien gefährlich für das ungeborene Kind werden.

Wie werden Chlamydien übertragen?

Chlamydien werden durch direkten Kontakt übertragen: über Schleimhäute von Harnröhren, Scheide oder Enddarm sowie durch Scheidenflüssigkeit oder Sperma. Erhöhtes Risiko besteht daher beim Geschlechtsverkehr, insbesondere bei der Nutzung von Sexspielzeugen.

Das sollten Sie beachten

Chlamydien sind Bakterien und verursachen Entzündungen an den Schleimhäuten, an der Harnröhre, in der Scheide, im Enddarm, im Analbereich sowie im Mund- und Rachenraum. Das Risiko einer HIV-Übertragung ist bei einer Infektion mit Chlamydien stark erhöht, da sich Viren in entzündeten Schleimhäuten wie auch im Sekret festsetzen können.

Haben sich die Chlamydien ausreichend verteilt, können nach ein bis zwei Wochen Schmerzen beim Urinieren entstehen. Ebenso kann es zu Ausfluss aus der Harnröhre, Jucken oder Brennen kommen. Wenn die Infektion unbehandelt bleibt, kann sie sich im Körper ausbreiten und weitere Organe befallen.

Im schlimmsten Fall wandert die Infektion bis in die Bauchhöhle und in die Eileiter. Dort kann sie unter Umständen zu Eileiterschwangerschaften oder gar Unfruchtbarkeit führen. Besonders gefährdet sind junge Mädchen, da ihre Anatomie eine Infektion begünstigen kann. Bei Männern können sich Samenleiter, Prostata und Nebenhoden entzünden.

Durch einen Abstrich oder eine Urinprobe können Chlamydien identifiziert werden. Bei Frauen ist der Abstrich aussagekräftiger als eine Urinprobe. Wird die Infektion frühzeitig festgestellt, kann sie mit einem passenden Antibiotikum gut behandelt werden.

Schutz vor Chlamydien-Infektionen

Beim Vaginal- und Analverkehr sollten Kondome oder Femidome verwendet werden, um das Risiko einer Übertragung zu reduzieren. Diese Produkte schützen jedoch nicht vollständig, sodass immer ein Restrisiko bestehen bleibt.

Bei wechselnden SexpartnerInnen sollten Sie sich regelmäßig untersuchen lassen. In den meisten Fällen werden die Kosten von Ihrer Krankenkasse übernommen. Falls bei Ihnen oder Ihrer/Ihrem SexualpartnerIn Chlamydien diagnostiziert wurden, sollten Sie erst einmal auf Sex verzichten, um einen Ping-Pong-Effekt zu vermeiden.